Sport-Geschichte in großem Kristall

„Ich durfte Ski-Geschichte schreiben, jetzt braucht’s Ruhe, damit mich meine Seele wieder einholt!“

Hi Leute,

die 6. Große Kristallkugel in Folge zu gewinnen, ist das eine – sie schließlich in Händen zu Halten das andere! So oft ich mir diesen Moment in den letzten Wochen vorgestellt habe, so groß waren die Erleichterung und die Dankbarkeit, die ich bei der Übergabe in Aspen verspürt habe. Ich weiß, dass ich Sport- und Skigeschichte schreiben durfte und ich weiß, dass ich ein Team um mich habe, ohne das ich dies nicht geschafft hätte. Daher ein großer Dank an alle, die an diesem Meilenstein ihren Anteil haben!

In den Tagen und Wochen vor dem finalen Rennwochenende habe ich immer betont, wie gut es sich anfühlt, ganz ohne Druck an den Start gehen zu können. Dementsprechend konnte ich die USA-Woche in vollen Zügen genießen. Alles war perfekt: Vom Wetter bis zur Motivation, die – obwohl es um nichts mehr ging – bei jedem im Team erneut voll da war!

Eines meiner Highlights in Aspen war der Sieg im Riesentorlauf. Es war das letzte Rennen einer Ära, auf von mir heiß geliebten Ski, die ich so im Wettkampf nicht mehr fahren werde… auch deshalb ein durchaus emotionaler Sieg. Jetzt werden die Karten völlig neu gemischt! Eigentlich schade, denn in den letzten Rennen habe ich mein Set-Up ideal gefunden, das haben die Ergebnisse gezeigt. Doch anstatt zurückzublicken, machen wir das, was wir am besten können: nach vorn schauen und uns auf die neue Situation einstellen…

Im Slalom am Sonntag sah es lange Zeit so aus, als könnten wir auch diesen gewinnen – ein kleiner Fehler bei der Ausfahrt aus der Haarnadel am Ende des 2. Durchgangs hat diese Hoffnung leider zerschlagen. Bitter auf der einen Seite, weil der Sieg zum Greifen nah war, Motivation pur auf der anderen Seite, weil es zeigt, wie hoch die Dichte in unserem Sport ist: ein Fehler – schon steht man nicht mehr am Stockerl! Während mich unnötige Patzer wie diese für gewöhnlich maßlos ärgern, war es dieses Mal halb so wild, denn die Freude über die sechste große Kugel wiegt dieses Missgeschick locker auf. ; )

Noch ein Grund zur Freude: Nach der Ankunft daheim, fliege ich mit Laura erst einmal auf Urlaub: Ausspannen, Abstand gewinnen, Handy aus – komplett abschalten! Darauf freue ich mich sehr. Zurück in Salzburg stehen dann einige Medien- und Sponsorentermine an. Außerdem auf dem Programm: realisieren und genießen, oder wie ein Indianer einmal gesagt haben soll, ich brauche Ruhe, damit mich meine Seele wieder einholt… Ans Skifahren denke ich jedenfalls erst einmal länger nicht.

In diesem Sinne: Danke für eine unvergessliche Saison!
Euer Marcel

Credit: filmed, produced and edited by Henner Thies.