Technischer K.O. in Wengen

Wengen ist als technisches Gebrechen abgehakt. Nächster Halt: Kitzbühel & die Quattro-Challenge

Von Marcel Hirscher

Hi Leute,

was soll ich sagen… Wengen war – leider wie im letzten Jahr – ein Rennen zum Vergessen. Mehr als das Ausscheiden im 2. Lauf ärgert mich der 1. Durchgang, weil er von der Zeit her alles andere als berauschend war. Im Zweiten waren plötzlich meine Kanten kaputt und damit der Grip weg und mit platten Reifen wird das Kurvenfahren nunmal schwierig. Das kann man akzeptieren. Was ich nur schwer akzeptieren kann, ist der Zeitabstand nach dem ersten Lauf. Obwohl ich gekämpft habe wie ein Löwe, war ich trotzdem nicht in Schlagdistanz zu den Führenden. Das gibt zu denken – genau wie die kaputten Ski, von denen wir bis jetzt noch nicht wissen, wo sie genau kaputt gegangen.

WENGEN,SWITZERLAND,17.JAN.16 - ALPINE SKIING - FIS World Cup, slalom, men. Image shows Marcel Hirscher (AUT). Photo: GEPA pictures/ Daniel Goetzhaber

Mental gilt es, Wengen jetzt als technisches Gebrechen abzuhaken und uns auf Kitzbühel zu konzentrieren. Die dringlichste Frage ist jetzt: Wie schaffen wir es, den Anschluss an Henrik Kristoffersen wiederherzustellen, der selbst den „Abfahrts-Slalom“ in Wengen bravurös gemeistert hat! Auf einem Kurs, der einem Weltcup-Rennen nicht wirklich würdig war, erneut so zu brillieren, das ist schon eine Ansage. Von daher – Chapeau!

Für den anstehenden Super-G wollen wir den Ball flach halten. Warum? Weil ich seit meinem Speed-Sieg in Colorado Anfang Dezember keine einzige Super-G-Kurve mehr gefahren bin. Hinzukommt, dass das Training, das ich mir für letzte Woche vorgenommen hatte, aufgrund des Wetters nicht möglich war. Den Super-G in Kitz sehen eher als Training für den Slalom, da die Kombi auch über den Slalom-Hang gefahren wird…

WENGEN,SWITZERLAND,17.JAN.16 - ALPINE SKIING - FIS World Cup, slalom, men. Image shows Marcel Hirscher (AUT). Photo: GEPA pictures/ Mario Kneisl

Aber genug Trübsal geblasen. Neben dem gewohnten Ski-Training steht in der kommenden Woche noch ein Highlight am Plan: Am Dienstag werde ich für die Quattro-Slalom-Challenge am Mittwoch, den 20.1. trainieren, bei der ich gegen Henrik, Felix, und Ted antreten werde. Hinzu kommen Teddy Blazusiak, Danny MacAskill, Jon Olssen und Andrea Davizioso. Sie alle werden, genau wie ich, in den Audi RX S1 steigen und gemeinsam ein ganz besonderes Rallyecross-Erlebnis feiern. Darauf freue ich mich schon jetzt!

Im Anschluss geht es Schlag auf Schlag, erst in Kitzbühel, dann zwei Tage später in Schladming und dann sind wir schon in Garmisch. Höchste Zeit, wenigstens Montag die Beine hochzulegen…

Wir sehen uns in Kitzbühel,
Euer Marcel