Perfekter Start trotz Drohnenabsturz

Beim Anblick des Drohnenabsturzes bekomme ich zittrige Hände. Trotzdem: Der Saisonstart war perfekt.

Von Marcel Hirscher

Hi Leute,

sitze gerade im Auto am Heimweg von Italien und darf zurück und vorwärts blicken. Wow! Wahnsinn, was in wenigen Wochen alles passiert ist. Erster Speed-Sieg, tolle GS- und SL-Performance und eben einen „Luftangriff“ überstanden. Verrückt, was da abgegangen ist. Und ganz ehrlich: Wenn ich mir die Bilder vom Drohnenabsturz im Internet ansehe, bekomme ich feuchte Hände und zittere.

Begonnen hat alles mit einer Entscheidung: Dieses Jahr kein Überseetraining. Manche haben es belächelt, andere waren schockiert. Spätestens in Sölden wussten wir, dass die Entscheidung richtig war. Dann ging es Schlag auf Schlag. Nordamerika: Zwei Rennen, 200 Punkte. Mein erster Super-G Sieg ist mit Sicherheit das bisherige Saison-Highlight. Weiter ging’s in Frankreich: Riesentorlauf 100 Punkte. Erster Slalom der Saison. First run flop, second run top. 80 Punkte.

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Am Freitag ging´s nach Italien. In Alta Badia gelang mir, auf einer der schwierigsten GS-Strecken der Welt der dritte Sieg in Serie. Montag Parallel-Bewerb. Mein Resümee: Dieses neue Format hat großes Potential. Ja, es soll zum Gesamtweltcup zählen, denn wenn mit Skiern durch Tore gefahren wird und eine Zeitnehmung mitläuft, ist es alpines Skifahren und soll zur Ermittlung des besten Skifahres der Welt herangezogen werden. Nein, es soll nicht zur RTL Wertung gezählt werden, da es mit einem Riesentorlauf so viel zu tun hat, wie ich mit einem Skispringer. Verbesserungsvorschläge: Schwereres Gelände, anspruchsvollere Kurssetzung und erhöhte Sicherheitsmaßnahmen.

Marcel Hirscher (AUT)

Apropos Sicherheit, momentan ist uns das Glück, trotz einiger schwerer Verletzungen, mehr als gnädig. Denn es hätten auch noch viel mehr sein können. Alleine beim Parallel-Bewerb hätte es auch ohne weiteres 5 Kreuzbandrisse und zwei schwere Kollisionen geben können. Von abstürzenden Drohnen ganz zu schweigen. FIS, bitte macht euren Job!

Wie ich euch schon öfter erzählt habe, denke ich von Rennen zu Rennen. Dennoch kann ich den Fragen zum Gesamtweltcup nicht entkommen. Also, die Statistik spricht zu 100% gegen mich, denn fünf Siege in Serie hat noch niemand geschafft. Da ich jedoch kein Statistiker sondern Skifahrer bin, werde ich alles versuchen, und am Ende werden wir sehen, wer den „intelligenten“ (Insider ;)) Glasbecher erhält.
So, und jetzt schalte ich in den Weihnachtsmodus und nehme mir Zeit für mich und meine Familie. Training steht frühestens am 27. Dezember am Programm. Die Hausaufgaben sind klar: In meinen beiden Hauptdisziplinen wird neues Material getestet und fleißig trainiert. Nächster Blog nach Zagreb, falls es genügend Schnee gibt und in der kroatischen Hauptstadt ein Rennen gefahren werden kann. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Frohe Feiertage wünscht,
euer Marcel

Ps: Habt ihr euch den Song „Best Time“ von Ro schon gratis heruntergeladen. Ich auch! Wer dies noch möchte hat bis 24. Dezember die Möglichkeit.