Neues Jahr, alte Herausforderungen

Platz 1 und 2 im Slalom sind top, denn das zeigt: Ich habe einen Fuß in Henriks Tür

Von Marcel Hirscher

Hi Leute,

Neues Jahr, neues Glück. Oder sollen wir besser sagen: alte Herausforderungen? Damit meine ich nicht etwa Drohnen, die vom Himmel fallen – das Thema ist für mich abgehakt, weil ich sicher bin, dass es so etwas bei einem Ski-Rennen nie wieder geben wird. Nein, mit alten Herausforderungen meine ich zum Beispiel das schon längere Zeit schwierige Wetter und natürlich den derzeit besten Slalomfahrer der Welt: Henrik Kristoffersen.

Die gute Nachricht ist, dass wir Letzterem in St. Caterina kurz nach dem Jahreswechsel erstmals in dieser Saison einen Slalom-Sieg entreißen konnten. Das Wetter hingegen kriegen selbst wir nicht in den Griff: Zuerst der wetterbedingte Umzug des Slalomrennens von Zagreb nach St. Caterina, dann die Absage des RTL in Adelboden. Ich glaube, dass die Organisatoren alles versucht haben, doch gegen Regen und zu warme Temperaturen sind selbst die besten Pistenbauer und Organisatoren machtlos. Klar, eine solche Absage schmerzt immer, doch ich glaube, im Sinne der Fahrer und der Sicherheit war es die richtige Entscheidung, das Rennen zu canceln.

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Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, dass das Slalom-Rennen in Adelboden stattgefunden hat – auch wenn der erste Durchgang aufgrund der schlechten Sicht beinhart und die Piste beim zweiten Lauf bereits recht ramponiert war. Trotzdem ist aus unserer Sicht alles nach Plan gelaufen. Angesichts des knappen sechs Hundertstel Rückstands auf Henrik Kristoffersen wäre unterm Strich sicher auch der erste Platz drin gewesen, doch die zwei Fehler im Schlussabschnitt waren letztlich schlicht zu viel, um das Rennen gewinnen zu können. Es bleibt die Freude über den zweiten Platz, weil er zeigt, dass ich im Slalom nun zumindest einen Fuß in Henriks Tür stehen habe ; )

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Und noch eine gute Nachricht gab es nach den erholsamen Feiertagen: Mein vor Weihnachten gestohlener Renn-Ski ist wieder aufgetaucht! In der Rückschau eine witzige Geschichte, aber ich freue mich sehr, dass er wieder da ist. Hätte der Riesenslalom in Adelboden stattgefunden, wäre ich wahrscheinlich sogar mit meinem „Heimkehrer“ gefahren. So muss er sich noch ein wenig gedulden…

Mit Blick auf Wengen werden wir uns nach einigen Erholungstagen mit ein paar regenerativen Einheiten voll und ganz auf den Slalom am Sonntag konzentrieren. Eine Teilnahme an der Kombi stand für mich ohnehin nie zur Debatte. Stattdessen werde ich mich diese Woche – sofern das Wetter es zulässt – auf den Weg nach Kitzbühel machen, um dort Super-G und auch Slalom zu trainieren. Zudem stehen Ende der Woche einige weitere Trainingstage in der Heimat am Plan, bevor es am Wochenende für einen Kurztrip nach Wengen geht.

Wir sehen uns in Wengen,
Euer Marcel