Hirscher Blog: Zurück auf Los in Sölden

„Wer in Sölden den Mut hat, vom ersten Tor weg Tempo zu machen, wird ganz vorne zu finden sein.“

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Hi Leute,

kommenden Sonntag ist es wieder soweit! Mit dem Riesentorlauf in Sölden startet eine neue Skisaison. Wie jedes Jahr um diese Zeit geht es zum Start darum, wieder in den Rhythmus zu finden, sich an die Abläufe und nicht zuletzt die niedrigen Temperaturen zu gewöhnen: Vergangene Woche hatten wir am Berg zum ersten Mal wieder -13°C – zurück im Tal waren es dann 20°C. Skifahren ist momentan auch deshalb noch ein wenig befremdlich… Aber es wird!

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Bis dato haben wir rund 20 Skitage absolviert, was meine Skischuhe immer bequemer werden lässt! Trotzdem hakt es noch an so mancher Stelle. Weil das in den letzten Jahren immer so war, beunruhigt mich das zum jetzigen Zeitpunkt aber überhaupt nicht. Entscheidend für den Saisonauftakt wird diese Trainingswoche sein. Wenn wir es schaffen, wie vergangenes Wochenende am Rennhang in Sölden, ein paar weitere gute Einheiten draufzulegen, wird die Ungewissheit bis zum Renn-Sonntag in Sölden deutlich weniger werden. Die Anspannung dagegen, die Nervosität vor dem ersten Saisonrennen, die bleibt.

Die Frage nach meinen Zielen für diese Saison habe ich bis jetzt in jedem Interview bewusst umschifft. Vor dem ersten Rennen ist es schlicht zu früh, um sagen zu können, wo man im Vergleich mit den anderen internationalen Hochkarätern steht. Statt mir darüber den Kopf zu zerbrechen, konzentriere ich mich lieber darauf, bis Sonntag meine Routine zu finden, denn die hilft auf der Piste enorm. Was ich dagegen bereits sagen kann, ist, dass ich – sollten meine Kerndisziplinen ordentlich laufen – auch in dieser Saison an einigen Speedbewerben teilnehmen werde. Konkret werden das der Super-G in Beaver Creek, in Kitzbühel und beim Weltcupfinale in Aspen sein. Aber das nur als kleiner Ausblick…

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Übers Wochenende haben wir uns voll und ganz auf Sölden und Riesentorlauf konzentriert, denn Sölden hat mit seinem nicht zu unterschätzenden Steilhang doch einen ziemlichen Anspruch! Da schadet es nicht, wenn man da vor dem Rennen ein paar Mal runtergefahren ist… nur dann kann man am Renntag zu denen gehören, die bei der Einfahrt in den Steilhang den Mut haben, vom ersten Tor weg Tempo zu machen. Wer das schafft, wird am Sonntag ganz weit vorne zu finden sein.

Zum Start der neuen Saison wird auch mein neu-designter Helm eingeweiht. Er ist einem Moto-Cross-Helm nachempfunden und trägt die Nummer 89 – mein Geburtsdatum. Ich bin sicher, der wird nicht nur mir frischen Wind geben ; – )

Wir sehen uns in Sölden.
Euer Marcel