Hirscher Blog: Volldampf im lappischen Stangenwald

Bis Sonntag fressen wir so viele Slalomtore wie möglich! Den Rest erledigt Ferdinand der Zweite.

marcel-beim-training-in-schweden

Hi Leute,

dieses Mal melde ich mich zur Abwechslung aus dem rund fünf Stunden entfernten schwedischen Kabdalis, wo die Luft trocken und kalt ist und die Schneeverhältnisse dementsprechend. Naturschnee liegt momentan zwar wenig – da liegt daheim in Österreich derzeit sicher mehr – aber -10°C am Tag und -12°C in der Nacht eignen sich doch sehr gut, um Schnee zu produzieren. Kein Wunder also, dass sich die grasenden Kühe hier schnell verabschiedet haben ; )

der-blick-aus-dem-lift-zeigt-schnee-en-masse

Fakt ist: Die Bedingungen zum Skifahren sind extrem gut – davon habe ich mich kurz nach meiner Ankunft mit dem ersten Slalomtraining überzeugt. Besser als die Bedingungen ist nur unser Set-Up: Wie 2014 wohnen wir in Schweden drei Gehminuten vom Lift entfernt, das ist mega! Da ziehst du deine Skischuhe im Zimmer an schnappst dir das Trainingszeug und los geht’s. Nach Trainingsende genau das gleiche: kurze Wege, viel Zeit und eine perfekt ausgerüstete Bleibe. Immer ein Highlight.

Der erste Slalomvergleich mit den Kollegen stand noch vor der Abreise in Richtung Levi an. Alles in allem ist er für alle Beteiligten ganz zufriedenstellend gelaufen: Besonders gut in Form sind derzeit Michael Matt und Marco Schwarz. Auch über die Rückkehr von Manuel Feller nach seiner Rückengeschichte haben wir uns im Training sehr gefreut. Ich selbst kann nicht behaupten, dass ich in jedem Lauf Bestzeit gefahren bin, aber ich bin sicherlich dabei…

noch-keine-bestzeit-keine-panik

Bis am Sonntag der erste Slalom der Saison startet, geht der permanente Wettlauf um die angesprochenen Hundertstel weiter! Wo wir sie letztendlich finden, wird sich zeigen. Sicher ist: der Tag, an dem man aufhört, darüber nachzudenken, wie man schneller werden könnte, ist ein Rückschritt. Weil wir das Gegenteil im Sinn haben, werde ich die kommenden Tage voll auf Umfang gehen und so viele Slalomtore fressen, wie mein Energielevel und die Schneebedingungen hergeben. Ich bin sicher: Bis Sonntag werden wir uns so das nötige Selbstverständnis fürs Rennen erarbeiten.

marcel-mit-ferdinand-dem-zweiten

Zwischendurch freue ich mich, wenn es mir gelingt, eine Tour auf dem Skidoo zu drehen. Ebenfalls auf dem Plan steht der alljährliche Besuch bei meinem Rentier, das ich beim Sieg 2013 dort gewonnen habe. Ich bin gespannt, wie groß Ferdinand der Zweite (benannt nach meinem Papa, Ferdl, dem Ersten) mittlerweile geworden ist…

Wir sehen uns am Sonntag.
Euer Marcel