Hirscher Blog: Über Konsequenz und Commitment – auf und neben der Piste

Im Riesentorlauf habe ich bereits jetzt mehr gute Trainingstage als im Slalom vor Levi. Das stimmt positiv, heißt aber gar nichts. Denn wir wissen: die Konkurrenz schläft nicht.

Hey Leute,

seit dem super Slalom-Einstand in Levi ist eine ganze Menge passiert! Mit der ersten Ausgabe des „The Red Bulletin Heroes – Marcel Hirscher“ habe ich Anfang letzter Woche mein wohl erstes und letztes „eigenes“ Magazin herausgebracht!

Dabei ist mir wichtig, noch einmal zu betonen: Es ist nicht nur eine große Ehre, wenn dein Partner ein eigens Magazin nur über dich macht, es hat mich auch richtig gefordert. Wenn wir etwas machen, dann wollen wir, dass die Menschen eine Freude damit haben. Ich glaube, dass ist uns weitgehend gelungen. Bleibt der Dank an das gesamte Redaktionsteam. Sie hatten es nicht immer leicht, doch alle haben 105 % gegeben, um am Ende ein gutes Produkt am Tisch zu legen. Ich persönlich habe bisher nur positives Feedback bekommen, was sicher auch daran liegt, das im Heft für jeden etwas dabei ist… richten wir den Blick Richtung USA und Beaver Creek.

Nach meinem Auftritt letzten Montag beim Sport und Talk im Hangar-7 und zwei darauf folgenden Ruhetagen haben wir ein paar sehr gute Trainingstage gehabt, an denen wir sowohl Riesentorlauf als auch Slalom trainiert haben – mit Blick auf die gesamte Saison sicher die richtige Entscheidung. Denn: Man darf sich von einem Sieg nicht täuschen lassen. Hendrik war nur neun Hundertstel hinten und auch die anderen haben gute Leistungen gezeigt. Das kann beim nächsten Slalom in Val d`Isere ganz anders ausgehen. Deshalb gilt auch im Slalom: am Ball bleiben!

Im GS habe ich unterm Strich bereits jetzt mehr gute Trainingstage als im Slalom vor Levi. Das stimmt positiv, heißt aber gar nichts. Auch im Riesentorlauf schläft die Konkurrenz nicht und wir werden erst nächsten Sonntag wissen, wo ich stehe. Fest steht: in der Woche daheim haben wir bei super Bedingungen auf der Reiteralm getan, was wir konnten, sodass wir heute guten Gewissens nach Colorado fliegen können ; )

Dort angekommen starten wir gleich Dienstag mit dem Training auf amerikanischem Schnee – und zwar erneut Riesentorlauf und Slalom. Auf die in den Medien viel diskutierte Frage, ob ich überraschend auch beim Super-G starte, kann ich nur sagen: Zu 100% ist es noch nicht entschieden. Fakt ist: wenn ich SG fahren möchte, brauche ich mindestens ein Abfahrtstraining und das kostet in Summe zwei Trainingstage, die mir in meinen Kerndisziplinen fehlen würde. Stand jetzt tendiere ich daher zu „eher nicht“, doch wer weiß…

 

Viel relevanter für mich ist derzeit der Umstand, dass dies meine erste Übersee-Reise als Papa ist. Das trägt nicht unbedingt übermäßig zu meiner Motivation für diese lange Reise bei. Doch wenn ich die Saison fahre, muss ich das ordentlich machen. Wer A sagt muss auch B sagen. Nichtsdestotrotz freue ich mich schon jetzt sehr auf das Rennen in Beaver Creek und aufs Training im amerikanischen Schnee!

Bis dahin,

Euer Marcel