Hirscher Blog: Über gefühlte Sicherheiten und gigantische Ehren

Ich habe momentan nicht das Gefühl der Souveränität – ein gutes Gefühl beim Fahren hatte ich zuletzt in Alta Badia. Dieses wieder zu erlangen, ist die Aufgabe der nächsten Tage.

Hey Leute,

Der Sieg im Zagreb-Slalom war nach den letzten Rennen eine Erleichterung, gut angefühlt hat er sich nicht! Das klingt komisch, ist aber so. Ich habe momentan nicht das Gefühl der Souveränität. Das hat nichts mit Platzierungen oder der Konkurrenz zu tun, sondern einzig und alleine mit meinem Gefühl während des Fahrens.

Ein gutes Gefühl beim Fahren hatte ich zuletzt in Alta Badia. Da wusste ich während der Fahrt, dass ich schnell bin und hatte eine richtige Freude dabei. Momentan fehlt diese Sicherheit. Sie wieder zu erlangen, ist die Aufgabe der nächsten Tage. Das Ergebnis hat in Zagreb glücklicherweise trotzdem gestimmt – und das, obwohl sich bis zuletzt mit Henrik Kristoffersen, Alexis Pinturault, Manuel Feller und Marco Schwarz gleich mehrere die Krone hätten holen können. Offensichtlich war ich am Ende der, welcher die wenigsten Fehler gemacht hat ; )

Besonders bemerkenswert: Nach dem 1. Durchgang lagen erstmals seit zehn Jahren wieder drei ÖSV-Läufer auf den ersten drei Rängen: Blacky auf 1, gefolgt von mir und Manuel Feller. Mich hat es nicht überrascht: Blacky und Manu sind momentan beide extrem stark, doch die Konstanz fehlt ihnen noch. Das kann sich aber schnell ändern und dann stehen beide regelmäßig am Podest. Nicht vergessen dürfen wir auch Michi Matt, der ebenso stark in Form ist, doch gestern leider Pech hatte… Fakt ist: In der österreichischen Slalomgruppe wird gute Arbeit gemacht. Da pusht jeder jeden und das sieht man nun auch an den Ergebnissen.

Ebenfalls großartig: Seit Anfang Januar habe ich meine eigene Red Bull Dose – im eigenen Design! Das ist eine ganz große Ehre, die mir mein Partner Red Bull damit erweist. Es macht mich sehr stolz, da nur die besten Red Bull Athleten bisher mit einer eigenen Dosen-Edition ausgezeichnet wurden. Erhältlich ist sie schon jetzt, persönlich der Öffentlichkeit präsentieren werde ich sie in Kitzbühel. 😉

Apropos Ehre, ich möchte mich an dieser Stelle auch noch einmal ganz herzlich bei den über 100 Sportjournalisten von L’Équipe bedanken, welche mich mit dem Titel „Champion des champions“ ausgezeichnet haben, was sinngemäß so viel bedeutet wie „Weltsportler des Jahres“. Auch das ist eine ganz große Ehre und wenn ich mir ansehe, wer die Trophäe vor mir so gewonnen hat – Rafael Nadal, Roger Federer, Usain Bolt, Lionel Messi – muss ich zugeben, dass ich gerührt bin!

Doch das alles hilft mir in Adelboden leider gar nichts. Jetzt heißt es erst einmal: gut erholen, noch besser vorbereiten und die zu Beginn angesprochene Sicherheit beim Fahren zurückzugewinnen. Deshalb verzichte ich auch auf das Hangfahren in Adelboden und werde Mittwoch bis Freitag trainieren. Heute steht nur noch eines am Programm: Schneeschaufeln ; )

Wir sehen uns in der Schweiz!

Euer Marcel