Hirscher Blog: Train, hope, wait, repeat.

Ich übe mich weiter in Geduld, denke aber, Beaver Creek ist trotz der vielen verpassten Skitage nach wie vor machbar.

Hi Leute,

nach einem zähen Monat ohne jedes Schneetraining melde ich mich mit positiven Nachrichten: In der Nacht auf Freitag bin ich in Prag zu Europas Sportler des Jahres gekürt worden! Eine gewaltige Auszeichnung, bedenkt man, dass ich dabei selbst die Tennis-Legende Roger Federer hinter mir gelassen habe…

Fast zeitgleich wurde ich in Wien zum vierten Mal zu Österreichs Sportler des Jahres gewählt. Auch das eine Auszeichnung, die mir – gerade zum jetzigen Zeitpunkt – viel bedeutet! Zum einen, weil wir in Österreich mit Dominic Thiem, Stefan Kraft, Andi Prommegger und Co. viele tolle Sportler haben, die den Titel ebenfalls verdient hätten. Zum anderen führt mir die Auszeichnung vor Augen, wie viel Glück ich die letzten Jahre hatte, in denen ich meinen Sport ohne jeden Kratzer durchziehen konnte!

Das ist momentan weiß Gott nicht so! Statt mich nach dem ersten Test auf Ski am 11. Oktober stetig ans Stangenfahren heranzutasten und mein Tempo weiterzugehen, musste ich nach dem ersten Schneetest akzeptieren, das mein Körper noch immer Ruhe braucht. Also übe ich mich weiter in Geduld und hoffe, dass sich mein Knöchel beim nächsten Trockentest am Sonntag im Skischuh wohl fühlt. Wenn ja, werden wir am Montag erneut versuchen, Ski zu fahren, wenn nicht, gebe ich ihm zwei weitere Wochen…

Mein letzter Test auf Ski am 11. Oktober:

Die Einwände, ich hätte womöglich zu früh wieder mit dem Training begonnen, sind gut gemeint, aber am Ende ist man immer klüger. Für mich war es vor einigen Wochen einfach der richtige Zeitpunkt. Ich habe es probieren müssen, um zu wissen: Ist ein Start in Sölden theoretisch möglich oder nicht. Wie es der Zufall wollte, ist das Rennen in Sölden wegen des schlechten Wetters ausgefallen! Für mich ein glücklicher Zufall. Gleichzeitig hatte ich mich gemeinsam mit einigen Freunden und einem ordentlichen Frühstück vor dem TV bestens auf das Rennen vorbereitet ; ) So ist der Weltcup-Auftakt auf Levi vertagt, was mir – man möge es mir nicht übel nehmen – nicht unrecht ist.

Bleibt die viel gestellte Frage, was zum jetzigen Zeitpunkt für mich und meine Rückkehr in den Weltcup realistisch ist? Ich denke Beaver Creek ist trotz der vielen verpassten Skitage nach wie vor machbar. Gleichzeitig kann derzeit niemand eine realistische Prognose stellen, wie lange mein Knöchel braucht, um den Belastungen in einem Weltcup-Rennen standzuhalten. Fakt ist: Im Alltag und beim gemütlichen Joggen fühlt sich der Knöchel super an, sobald er im Skischuh Mehrbelastung erfährt, beschwert er sich.

Das Schlüsselwort der vergangenen und kommenden Wochen lautet also weiterhin Geduld. Auch wenn es mir angesichts der vielen mittlerweile verpassten Skitage und rund 20.000 nicht gefahrenen Tore mehr als schwer fällt, die Füße still zu halten. Ich akzeptiere die Situation und den Umstand, dass mein Trainingsrückstand in dieser Saison nicht mehr aufzuholen ist und konzentriere mich darauf, mich für meinen Trainingsstart auf Schnee körperlich so fit wie möglich zu halten.

Und so halte ich mich für meinen Trainingsauftakt fit:

#DoWhatYouCant

Posted by Marcel Hirscher on Friday, October 27, 2017

In Summe wird es so langsam, aber es braucht auf jeden Fall Zeit!

Euer Marcel