Hirscher Blog: Nach der Verkühlung ist vor Vollgas

So spannend Super-G, Team-Bewerb & Super-Kombi sind, mein Fokus liegt ganz klar auf RTL & Slalom!

Hi Leute,

die erste WM-Woche ist rum, Zeit für ein erstes Update! Los ging’s vergangenen Montag mit der Eröffnungsfeier, bei der mir die große Ehre zu Teil wurde, als Fahnenträger für den ÖSV in den Kulm Park zu marschieren – ein tolles Erlebnis und ein Start nach Maß, an den ich mich sicher lange erinnern werde. Nicht ganz so erinnerungswürdig war dagegen mein erster Ski-Auftritt bei der WM…

Als Techniker beim Super-G ist es immer das Gleiche: Ist der Super-G näher am RTL stehen die Chancen gut. Ist er näher an der Abfahrt, wie es in St. Moritz der Fall war, schwinden die Chancen auf eine Topplatzierung. Unterm Strich war es ein wunderschöner, anspruchsvoll gesteckter Super-G, der letztlich einen Tick zu schnell für mich war. Spaß gemacht hat er dennoch.

 

Was die Nachricht meiner Verkühlung mit Fieber vom Freitag betrifft, ist zu sagen: Bei Weltmeisterschaften sind sehr viele Athleten aus unserem Team in ein- und demselben Hotel – da genügt es, wenn einer einen Virus anschleppt, schon erwischt es die Leute reihenweise. So war es auch bei mir und einigen Kollegen. Die gute Nachricht ist, dass ich mich seit Samstag gut erholt habe, ich einige Abfahrtstrainings bestreiten konnte und meiner Teilnahme an der Super-Kombi nichts im Wege steht ; )

Glücklicherweise hat das Virus unsere Medaillengewinner in der Abfahrt nicht erwischt! So konnten Stephanie Venier und mein Freund Max Franz uns trotz des von Samstag auf Sonntag verschobenen Abfahrtsrennens gleich zwei Mal jubeln lassen! Was Stephanie als nachnomminierte Starterin bei ihrer ersten WM mit ihrer Silber gezeigt hat, ist gewaltig – von ihr werden wir in Zukunft sicher mehr hören! Über Bronze von Max habe ich mich extrem gefreut, als wäre es meine eigene gewesen. Wir kennen uns seit unserer Kindheit und haben sind viele Jahre Zimmerkollegen gewesen. Alles in allem war es eine Riesengaudi den beiden zuzuschauen.

Von den noch anstehenden Bewerben ist die Super-Kombi derjenige, der für mich persönlich das größte Überraschungspotenzial birgt: Wenn es in der Abfahrt gut läuft, kann ich vorne mitfahren, wenn sie schlecht läuft, wird es nichts, weil der Kombi-Slalom meist so gesteckt ist, dass man mehrere Sekunden dort aufholen könnte – zumal es in der Kombi nur einen Durchgang gibt. Aber: wir lassen uns überraschen! Der große Favorit ist sicher Alexis Pinturault, der die letzten Tage im Abfahrtstraining gezeigt hat, dass er nicht nur Slalom fahren kann…

Auch im Team-Bewerb am Dienstag werde ich aller Voraussicht nach antreten. Natürlich werden wir versuchen, den Titel erneut zu holen – auch wenn es ohne unsere Team-Spezialistin Michi Kirchgasser und einem nicht ganz fitten Philipp Schörghofer alles andere als leicht werden wird, dieses Ziel zu erreichen. Klar ist, wer es nicht wagt, kann nicht gewinnen!

Gewinnen! Sicher das Stichwort mit Blick auf meine zwei Parade-Bewerbe, RTL und Slalom am Freitag und Sonntag. So spannend Super-G, Team-Bewerb und Super-Kombi aus sportlicher Sicht auch sein mögen, für mich persönlich liegt der Fokus bei dieser wie bei den vergangenen WMs ganz klar auf RTL und Slalom – wegen diesen Disziplinen bin ich in St. Moritz. Deshalb gilt es sich schon jetzt die Kraft einzuteilen, um in den letzten zwei Bewerben noch genug Power zu haben.

 

Was die Ziele in diesen Disziplinen betrifft, kann ich nur sagen: die ersten drei Plätze sind top, der 4. Platz ist für einen Athleten bei der WM das Schlimmste ; ) Klar ist aber auch: Bei einer WM zählt ein Tag – von daher haben diese Rennen durchaus ihre eigenen Gesetze. Trotzdem: Das Ziel ist in beiden eine Medaille – dieses Ziel hoffen wir zu erreichen.

In diesem Sinne: auf eine schöne und erfolgreiche zweite WM-Woche!

Euer Marcel