Hirscher Blog: Levi für 100!

„Der Sieg im Levi-Slalom ist wichtig, weil er zeigt: Es geht auch unter erschwerten Bedingungen.“

und-noch-ein-rentier-fuer-marcel

Hi Leute,

mit Platz 1 in Levi ist uns auch die Generalprobe im Slalom geglückt! Noch dazu mit einem doch überraschenden Abstand von 1,30 Sekunden zum Zweitplatzierten Michael Matt – Glückwunsch an dieser Stelle an ihn. Der Weg aufs Stockerl in Levi war allerdings alles andere als einfach…

marcel-bei-der-vorbereitung-in-kabdalis-schweden

Nach einigen grandiosen Trainingstagen in Kabdalis bin ich Freitag mit leichten Kopfschmerzen ins Bett gegangen. Bis Samstag hatte sich daraus eine recht schmerzhafte Mittelohrentzündung entwickelt. Einen Tag vor dem Rennen war ich daher fast sicher, dass ich nicht in Levi starten werde. Umso überraschender war es für mich, am Sonntagmorgen schmerz- und fieberfrei aufzuwachen. Körperlich wusste ich in der Früh, das kriege auf die Reihe! Die einzige Frage war, ob ich es schaffen würde, meine Leistung trotz verpasstem Abschlusstraining umzusetzen?

Wenn man am Tag vor dem Rennen nicht auf den Hang kann, ist das nie toll. In diesen Situationen hilft mittlerweile die Erfahrung. Ich war schon unzählige Male in Levi und kenne das Gefühl, dort zu fahren – den Sieg und meinen Abstand zum Zweitplatzierten erklärt das nicht, der ist wie immer das Resultat harter und präziser Arbeit auf der Piste: Nach dem gelungenen 1. Lauf konnte ich einen sauberen zweiten Durchgang draufsetzen, mit einem minimalen Fehler, der aber kaum Zeit gekostet hat. In der Deutlichkeit ist dieser Sieg im ersten Slalomrennen der Saison eine wichtige Standortbestimmung, die uns zeigt – es geht auch unter erschwerten Bedingungen!

praezise-arbeit-x-erfahrung-erfolg

Außerdem aufgefallen sind an diesem Wochenende meine Kollegen, Marco Schwarz und Michael Matt. Marco hat mit seinem ersten Lauf gezeigt, dass er zu denen gehört, die in Zukunft Rennen gewinnen können, auch wenn er im Zweiten unglücklich ausgeschieden ist, darf und ist er glaube ich nicht traurig, sondern stolz auf seinen Speed. Denn egal, ob draußen oder nicht – unterm Strich ist wichtig, dass du schnell bist! Das war auch Michael Matt, der am Ende verdient auf Platz 2 gelandet ist…

Nachdem Mario Matt im März 2015 beim Slalom in Kranjska Gora sein letztes Rennen bestritten hat, dachte ich mir, jetzt habe ich endlich meine Ruhe vor dem Matt und dann ist plötzlich sein kleiner Bruder da und kratzt am Podest ; ) Aber Spaß beiseite: Ich bin mehr als dankbar, dass ich im Slalom jetzt Sparringspartner habe, die auf Weltklasseniveau unterwegs sind, das ist für mich von großem Wert! Wenn sie auch von mir profitieren können, haben wir eine klasse Synergie im Team, die allen gut tut.

auch-ein-guter-rennski-hilft

Wie geht es nach dem gelungenen Slalom-Einstand weiter? Erst mal ruhig… Die nächsten Tage werde ich sehr wahrscheinlich auf der Couch verbringen, um meinem Körper die Chance zu geben, sich nach den Strapazen in Levi komplett auszukurieren. Richtung Ende der Woche werden wir dann entscheiden, ob wir nach Beaver Creek fliegen, oder ob das nächste Rennen erst in Val d’Isere stattfindet. Von dem her lautet das Motto für diese Woche: Abwarten.

Ihr hört von mir!
Euer Marcel