Hirscher Blog: Jubiläum mit gemischten Gefühlen

Zagreb und Adelboden haben gezeigt: wenn man den Kopf nicht hängen lässt, ist vieles möglich.

ADELBODEN,SWITZERLAND,07.JAN.17 - ALPINE SKIING - FIS World Cup, giant slalom, men. Image shows Marcel Hirscher (AUT). Photo: GEPA pictures/ Harald Steiner

Hi Leute,

mit dem Zagreb-Slalom und den zwei Rennen in Adelboden haben wir das Jahr 2017 genauso begonnen, wie wir 2016 verabschiedet haben: Mit einer akzeptablen Punktausbeute und gemischten Gefühlen! Denn auch in Kroatien und in der Schweiz war es ein fahrerisches und emotionales Auf und Ab, an dessen Ende versöhnliche 180 Weltcup-Punkte stehen… aber der Reihe nach.

ZAGREB,CROATIA,05.JAN.17 - ALPINE SKIING - FIS World Cup, slalom, men, inspection. Image shows coach Paulus Schwarzacher (OESV) and Marcel Hirscher (AUT). Photo: GEPA pictures/ Daniel Goetzhaber

Der Zagreb-Slalom. Das erste Rennen im neuen Jahr hat uns direkt einen Dämpfer verpasst. Aus irgendwelchen Gründen bin ich dort einfach nicht auf Touren gekommen – und das, obwohl Zagreb seit Jahren eines meiner Lieblingsrennen ist. Ein sechster Platz nach einem akzeptablen ersten und einem völlig verkorksten zweiten Lauf war definitiv nicht das, was ich mir für Kroatien vorgenommen hatte, aber mehr war für mich an diesem Tag nicht drin. Deshalb galt dort: Abhaken und sich freuen, dass man statt 0 Punkten 40 mit nach Hause nehmen darf.

Dann der Riesentorlauf in Adelboden – in der Rückschau sicher das Highlight der vergangenen Rennwoche. Zum einen wegen eines tollen zweiten Platzes, zum anderen, weil ich dort meinen 100. Podestplatz feiern durfte. Letzteres ist schon eine Benchmark, die mich mit sehr viel Freude erfüllt und mir zeigt, wie unglaublich die letzten Jahre wirklich waren. Der RTL zum fünfzigsten Jubiläum der FIS reiht sich da nahtlos ein: Den ersten Durchgang habe ich gut eingeparkt, der zweite war dann wirklich top! Dass es nicht für Rang 1 gereicht hat, lag einzig und allein an der grandiosen Leistung von Alexis Pinturault, der meinen Angriff sensationell abgefangen und mich letztlich mit einem Vorsprung von 4 Hundertstel übertrumpft hat. Da bleibt einem nur eins übrig: den Hut heben…

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Tags darauf der Slalom in Adelboden. Beim Aufwärmen habe ich vom Starthäusl schon gesehen, wie sich eine Nebelfront in Richtung Hang schiebt. Nach den ersten paar Läufern dachte ich nur: bitte, bitte, lass mich als sechsten Starter noch bei denen dabei sein, die ohne Sichtprobleme ins Ziel kommen. Als es dann soweit war, wusste ich, dass das nichts werden wird. Das Resultat: ein ärgerlicher 6. Platz mit 1,6 Sekunden Rückstand auf Henrik Kristoffersen und eine mehr als schwierige Ausgangslage für den zweiten Lauf.

Trotz des Ärgers: Die Entscheidung, das Rennen weiterlaufen zu lassen war zu 100 Prozent richtig, auch wenn damit klar war, dass alle, die nach Manfred Moelgg starten, chancenlos sein würden, was das Anknüpfen an die Bestzeit betraf. Aber so ist Freiluftsport – manchmal hast du Glück, manchmal Pech. Positiv ist, dass es dank eines All-In-Laufs im 2. Durchgang am Ende noch für Platz 3 und 60 Punkte gereicht hat – das war angesichts der schwierigen Rennentwicklung sicher das maximal Mögliche.

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Unterm Strich muss ich sagen, dass ich es mittlerweile besser akzeptieren kann, wenn mal das Pech mitfährt und man ohne sein Zutun gehandicapt wird. Wichtig ist, dass man den Kopf nicht hängen lässt und versucht, das Bestmögliche aus den Gegebenheiten rauszuholen – das ist uns nach der Enttäuschung in Zagreb in Adelboden wieder gelungen! So geht es mit einem positiven Gefühl in die nächste Woche. Der Montag wird wie gewohnt entspannt verlaufen, am Dienstag starten wir die Vorbereitung auf Wengen und Kitzbühel mit einem Training in Kitz.

Wir sehen uns in Wengen!
Euer Marcel