Hirscher Blog: Comeback-Sieg beim Ski-Spektakel

Kitzbühel 2017 war für mich ein echtes Ski-Märchen – als Skifahrer und als Fan!

KITZBUEHEL,AUSTRIA,22.JAN.17 - ALPINE SKIING - FIS World Cup, Hahnenkamm-race, slalom, men, award ceremony. Image shows Marcel Hirscher (AUT) and the OESV team. Keywords: trophy. Photo: GEPA pictures/ Andreas Pranter

Hi Leute,

was für ein Wochenende! Sowohl für mich als Skifahrer als auch als Ski-Fan waren die Tage in Kitzbühel ein echtes Highlight, allen voran der Sieg im Slalom! Emotional gesehen ist es immer etwas Besonderes, vor heimischem Publikum zu gewinnen – vor der Kulisse in Kitzbühel zu siegen ist sogar noch spezieller: Was die Geschichte und die Stimmung betrifft, kann man nur Schladming mit Kitzbühel vergleichen. Auch deshalb ist Platz 1 hier ein Mega-Resultat!

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Blickt man auf die einzelnen Läufe ist dieser Erfolg fast märchenhaft: Nach Rang 9 im 1. Lauf hatte ich mit dem Sieg im Grunde nichts mehr zu tun. Mit einem Zeitrückstand von über 1 Sekunde im Ziel abzuschwingen, war mehr als enttäuschend – zumal sich der Lauf ganz ok angefühlt hat. Vor der Entscheidung ging deshalb einmal mehr das Grübeln los: Was hab ich falsch gemacht? Kann ich besser fahren? Hab ich zu wenig riskiert? Bin ich außer Form? Diese und noch mehr grundlegende Fragen habe ich mir vor dem 2. Lauf gestellt…

Die Antwort diesmal: Umsteigen auf den Renn-Ski aus dem 2. Lauf in Wengen und alles oder nichts – eine Taktik, auf die ich auch deshalb guten Gewissens setzen konnte, weil klar war, dass Henrik Kristoffersen nach seinem Aus im 1. Durchgang keine Punkte machen würde. Trotz vollem Risiko habe ich es in der Folge geschafft, die vielen Tücken des Ganslernhangs fehlerfrei zu meistern und – endlich muss man ja fast sagen – wieder einen 1. Platz im Slalom zu feiern!

KITZBUEHEL,AUSTRIA,22.JAN.17 - ALPINE SKIING - FIS World Cup, Hahnenkamm-race, slalom, men. Image shows Marcel Hirscher (AUT). Photo: GEPA pictures/ Christian Walgram

Alles in allem ein im wahrsten Sinne des Wortes märchenhafter Sieg und auf gewisse Weise die Krönung dieses fantastischen Wochenendes: Während ich das Spektakel am Freitag (SuperG) und Sonntag (Slalom) als Skifahrer begehen durfte, war ich am Samstag zur Abfahrt wie so viele absoluter Ski-Fan! Die Faszination und Begeisterung, die mich beim Verfolgen der Streif-Abfahrt Jahr für Jahr packt, ist riesig. Es ist und bleibt eine Abfahrt, wie sie im Bilderbuch steht. Meine Highlights in diesem Jahr: Die Siegesfahrt von Dominik Paris und die Aufholjagd von Hannes Reichelt ab seinem Schnitzer – beides phänomenal…

Was meinen Auftritt im SuperG und die Kritik an der Kurssetzung betrifft, möchte ich sagen, dass ich zu meiner Aussage stehe. Ich finde nach wie vor, dass 140 km/h Spitzengeschwindigkeit in einem SuperG zu schnell ist. Gleichzeitig ist klar: Was liegt, das pickt! Soll heißen: Wenn ich beim SuperG in Kitzbühel schnell sein möchte, muss ich in der Vorbereitung in Zukunft auch Abfahrtselemente trainieren. Zur SuperG-Leistung von Matthias Mayer kann ich nur sagen: Hut ab! Die Konsequenz und Überzeugung, mit der er sein Rennen dort runtergedrückt hat, war zutiefst beeindruckend. Dass er sich als Abfahrer weniger Kurven wünscht als ich als Riesentorläufer ist eh klar ; )

Marcel Hirscher (AUT, 1. Platz)

Der Blick in Richtung der nächsten Rennen ist in vielerlei Hinsicht heavy: Dienstag steht mit dem Nacht-Slalom in Schladming gleich das nächste Saison-Highlight an! Mit nur einem Pausentag dazwischen gilt es, die Sterne je nach körperlicher und mentaler Verfassung neu zu ordnen, viel wird vor der Startnummern-Auslosung am Abend aber sicher nicht passieren… Auf das Night-Race folgen zwei ruhigere Tage, Freitag wird in Vorbereitung auf Garmisch Riesentorlauf trainiert und dann geht es in GAP eh schon wieder rund. Volles Programm!

Wir sehen uns beim Night Race!
Euer Marcel