Hirscher Blog: Ciao 2018, hello 2019!

Jetzt ist Weihnachten, das ist gut so. Zeit für die wesentlichen Dinge. Danach heißt’s wieder: akribisch arbeiten & nicht nachlassen. Denn die Konkurrenz ist stark & die Herausforderungen sind groß!

Hey Leute,

das Renn-Jahr 2018 ist für mich mit einem Wechselbad der Gefühle zu Ende gegangen: Platz 6 beim Saalbach-RTL gefolgt von Platz 1 im Saalbach-Slalom und dem Nuller in Madonna – trotzdem ist schon jetzt sicher: das Jahr 2018 wird schwer zu toppen sein! Doch der Jahresabschluss hat gezeigt: Die Konkurrenz ist stark und die Herausforderungen sind groß!

Das hat insbesondere der 6. Platz beim Riesentorlauf in Saalbach-Hinterglemm gezeigt. Wir haben das Setup nicht richtig gewählt und schon ging es nicht so wie erhofft. Dazu muss man wissen: Die Bedingungen in Saalbach waren, aufgrund der warmen Temperaturen, außergewöhnlich. Dort benötigt man eine völlig andere Abstimmung als beispielsweise in Alta Badia.

Dass wir aus der RTL-Watschen gelernt haben, hat der Saalbach-Slalom am Tag drauf bewiesen. Anders als im Riesentorlauf am Vortag haben wir mit Blick auf die warmen Verhältnisse die richtigen Entscheidungen getroffen. Das Setup hat diesmal gestimmt und ich konnte angreifen. Genau das habe ich in beiden Läufen, trotz Buckelpiste, getan. Das Ergebnis: Platz 1 vor heimischer Kulisse, Weltcup-Sieg Nummer 63 und damit an der Jahrhundertsportlerin Annemarie Moser-Pröll vorbeigezogen – unterm Strich ein Wahnsinn. Besonders gefreut haben mich aber ihre wertschätzenden Worte! Es ist nicht selbstverständlich, dass herausragende Sportler über andere so positiv sprechen…

Nächster und letzter Halt 2018 war der Slalom in Madonna di Campiglio. Im ersten Durchgang lief es ganz gut. Im zweiten konnte man nur mit vollem Einsatz gewinnen. Wie vor mir Henrik habe ich vom Start weg versucht, voll anzugreifen und eine enge Linie innerhalb der vorgegebenen Spur zu wählen. Das ist schnell, birgt aber das Risiko des Einfädelns, wie Henrik und ich anschaulich vorgeführt haben. Ärgerlich, doch eben nicht mehr zu ändern. Einfädler passieren, auch wenn sie es nicht sollten… Das einzig Positive an meinem ersten Slalom-Ausfall seit rund zwei Jahren ist die Tatsache, dass Henrik den gleichen Fehler begangen hat und er somit im Gesamtweltcup nicht aufholen konnte ; )

Erwähnen möchte ich noch, dass mich die Leistungen von Michi (Matt) und Blacky (Marco Schwarz) sehr gefreut haben! Marco fährt im Training immer top, konnte es aber im Rennen selten umsetzen. Ich hoffe dieses Erfolgserlebnis gibt ihm genug Selbstvertrauen, um in Zukunft öfter am Podest zu stehen – drauf hat er es auf alle Fälle. Michi hat in der Vergangenheit schon oft Spitzenplätze eingefahren. In dieser Saison ging es bisher durchwachsen, doch auch er ist ein absoluter Siegesläufer, was er hoffentlich bald zeigen wird.

Jetzt ist Weihnachten und das ist gut so. Das genieße ich in aller Ruhe mit meiner Familie. Trainiert wird erst wieder ab 27. Dezember. Am 1. Jänner fliegen wir dann direkt zum Weltcup nach Oslo. Mit im Gepäck haben wir dann – neben reichlich Erholung – die Gewissheit aus 2018, dass das Team hervorragend arbeitet und ich in wirklich guter Form bin. Dass dies keine Garantie ist, hat man im Riesentorlauf von Saalbach und im Slalom von Madonna gesehen. Es wird also auch 2019 heißen: akribisch weiterarbeiten und nicht nachlassen.

In diesem Sinne – eine besinnliche Zeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Wir sehen uns 2019.

Euer Marcel