Hirscher Blog: Beaver Creek für 80!

Ich darf mit der Erkenntnis heimkommen, dass ich im RTL und im Slalom vorne mitfahren kann. Das ist ein gutes Gefühl! Bewusst ist mir auch: wir haben in beiden Disziplinen viel Arbeit vor uns.

Hey Leute,

zurück in Österreich – wir sind gestern direkt nach dem Rennen abgereist und heute um 13:35 in Salzburg gelandet – ist Zeit, euch vom Trip in die USA zu berichten. Bevor ich auf meine eigenen zwei Läufe eingehe, möchte ich jedoch Stefan Luitz beglückwünschen!

Stefan ist ein großartiger Skifahrer mit einem unbezwingbaren Willen. Warum hat er trotzdem erst gestern sein erstes Rennen gewonnen? Weil er sich, immer wenn er gerade so richtig in Form war, verletzt hat und das zum wiederholten Male. Ich glaube jeder im Skizirkus gönnt ihm diesen verdienten Sieg von Herzen. Wäre er nicht so oft verletzungsbedingt ausgeschieden, hätte er sicher schon mehrere Siege am Konto! Doch wer weiß, vielleicht holt er die jetzt alle nach. ; )

Gratulieren möchte ich außerdem Thomas Tumler, der seine Chance gestern genützt, und sich mit einem sensationellen zweiten Durchgang, souverän auf das Podest gefahren hat. Nun zu mir!

Der erste Durchgang war gut. Natürlich finde ich immer ein paar Stellen, wo ich noch mehr herausholen hätte können, doch das gilt für alle. Die Herausforderung war es, auf dem aggressiven Schnee, wo die kleinste Bewegung zu einer Reaktion der Ski führt, die richtige Abstimmung zu finden und seine Kräfte dosiert einzusetzen. Klingt kompliziert. Ist es auch.

Im zweiten Lauf hat sich gerächt, dass die Piste nicht mit Wasser behandelt worden ist. Daher konnten jene, die im ersten Durchgang schnell waren, ihre Position kaum verteidigen. Die Piste war nach zehn Läufern in einem Zustand, den man sonst erst nach 40 Läufern feststellen kann. Das darf man auf alle Fälle hinterfragen.

Nichtsdestotrotz ist mir auch der zweite Lauf gut gelungen – obwohl ich mir auch ein paar kleine Rutscher erlaubt habe. Für den Sieg war das am Ende zu viel, doch mit einem zweiten Platz zum RTL-Auftakt sind wir sehr zufrieden! ; )

Was also nehmen wir aus Beaver Creek mit? Persönlich darf ich mit der Erkenntnis zuhause ankommen, dass ich sowohl im RTL als auch im Slalom vorne mitfahren kann. Das ist ein gutes Gefühl! Bewusst ist mir natürlich auch, dass in beiden Disziplinen viel Arbeit vor meinem Team und mir liegt. Deshalb gleich zum Programm für die nächsten Tage…

Nach dem langen Flug und dem anstregenden Rennwochenende mache ich erstmal zwei Tage Pause. Donnerstag und Freitag ist geplant, auf der Reiteralm beide Disziplinen zu trainieren, denn: Zwei Trainingstage sind nicht viel, um sich vom trockenen, aggressiven, nordamerikanischen Schnee, auf europäische Verhältnisse umzustellen, doch das ist für alle gleich. Freitagnachmittag fliegen wir dann nach Frankreich. Samstag greifen wir in Val d’Isere im RTL an, Sonntag im Slalom.

 

Bis dahin,

Euer Marcel