Härtetest in Levi? Bestanden!

Es ist toll, wieder dabei zu sein und endlich wieder Rennatmosphäre erlebt zu haben. Jetzt gilt: Trainieren, was der Fuß hergibt und möglichst schnell an die Konkurrenz herankommen.

Hi Leute,

da mein Schneetraining – das wir erst Montag begonnen haben – extrem positiv verlaufen sind, haben wir uns Freitag dazu entschieden, in Levi an den Start zu gehen und rund drei Monate nach meinem Knöchelbruch in Finnland den ersten Härtetest zu wagen. Und: es war die vollkommen richtige Entscheidung!

Einen Versuch ist es wert. ✈️ LeviReiteralm Bergbahnen#89 #weareskiing #verleihtflügel #IWILL #championstrainwithtechnogym #startenstattwarten #letsmoveforabetterworld

Posted by Marcel Hirscher on Friday, November 10, 2017

Der erste Durchgang in Levi war wirklich top, das muss man so festhalten! Da habe selbst ich ein wenig angefangen zu träumen, wie es wäre, auch den zweiten so runterzudrücken. Deshalb tut die Watsch’n, die es im zweiten Durchgang gab mindestens genauso gut, wie die Leistung im ersten ; )

Zwar war der zweite Durchgang vom Engagement her auch gut: voller Einsatz, volle Attacke, der Fuß hält. Trotzdem ist deutlich geworden, wie viel Arbeit jetzt auf uns wartet! Den Takt wird in den nächsten Wochen, wie in den vergangenen auch, mein Fuß vorgeben. Klar spüre ich ihn jetzt ein wenig, aber unterm Strich hat der erste Härtetest – und nichts anderes war der Start beim Levi-Slalom – sensationell gut funktioniert. Die Devise vor diesem Hintergrund: Trainieren, was der Fuß hergibt, um möglichst schnell an an die Konkurrenz heranzukommen.

Die schnelle skifahrerische Analyse, was in Levi zur Spitze gefehlt hat, fällt leicht: Aufgrund der fehlenden Skitage – mit den Trainingstagen in Levi komme ich auf eine Handvoll – hab ich den Ski grad im zweiten Durchgang an den entscheidenden Stellen sicher zu viel gehalten. Abgesehen davon habe ich mich beim Abschwingen im Ziel wirklich sehr wohl gefühlt – zu diesem Zeitpunkt nach meiner Verletzung ein sehr gutes Zeichen!

Bleiben die Lehren, die wir aus dem Levi-Test mit in die kommenden Trainings und Rennen nehmen. Die erste und sicher mit die wichtigste Lehre: Skifahren unter Rennbedingungen geht noch ; ) Zweitens: Der Fuß hält auch im Wettkampf. Und drittens: Jetzt hilft nur noch Schneetraining, Schneetraining, Schneetraining.

 

Sumasumarum ist es toll, wieder dabei zu sein, endlich wieder Rennatmosphäre erlebt zu haben und – verrückterweise – kein Weltcup-Rennen verpasst zu haben. Das alles ist mega und stimmt mich für die kommenden Wochen wirklich positiv.

Ernüchternd ist demgegenüber, dass ich mit Blick auf den Riesentorlauf in Beaver Creek noch keinen einzigen RTL-Trainingstag in den Knochen habe. Da wird es spannend werden, was wir in der uns bis dahin zur Verfügung stehenden Zeit an Trainingsrückstand aufholen können, um Anfang Dezember in den USA mit der Weltelite mithalten zu können…

Ich bin bis in die Haarspitzen motiviert und hungrig, skifahrerisch wieder dorthin zu kommen, wo ich die letzten Jahre war. Das ist das große Ziel. Die gute Nachricht: Mit dem Start in Levi ist der Anfang gemacht! Zwar werden Kompromisse notwendig sein – und die sind im Spitzensport nie gut – aber uns bleibt nichts anderes übrig…

Fix ist: Es wird eine spannende, für mich vielleicht sogar die spannendste Saison meiner bisherigen Karriere.

Ich freu mich drauf! Schauen wir, was dabei herauskommt.

Euer Marcel