Hirscher Blog: Finnland und die üblichen Fragezeichen

Bisher war es immer schwer zu sagen, wie gut man tatsächlich drauf ist, bevor das erste Rennen gefahren ist. So ist es auch in dieser Saison wieder. Sicher ist: Nach Levi sind wir schlauer!

Nicht verpassen! Am Montag, den 19. November, ab 21:15 Uhr bin ich zu Gast im Sport & Talk aus dem Hangar-7. HIER geht’s zur Sendung.

Lange war es still um mich. Die Verpflichtungen sind seit letzter Saison nicht weniger geworden, aber ich bin glücklich, ein weiteres Jahr Vollgas geben zu dürfen – zumal ich einfach ganz viel Lust verspüre, Rennen zu fahren.

Starten möchte ich das neue Blog-Jahr mit meiner fünften Auszeichnung zum Sportler des Jahres! Das ist natürlich eine wahnsinnig große Ehre und schließt meine perfekte Saison mit einem weiteren großen Highlight ab. Bei der großen Dichte an klasse Sportlern, die wir in Österreich haben, war das ein schöner Moment, in dem ich mich aber definitiv als Stellvertreter für all die Top-Sportler Österreichs sehe – insbesondere Dominic Thiem und Matthias Walkner haben im vergangenen Sportjahr sicherlich nicht weniger geleistet als ich.

Wie es der Kalender will, steht unmittelbar nach dem offiziellen Abschluss des vergangenen Sportjahres für mich und mein Team auch schon der Start des neuen an! Am Sonntag steigt mit dem Slalom im finnischen Levi das erste Rennen des Weltcup-Jahres 2018/19 – wie auch im letzten Jahr mit vielen Fragezeichen. Diesmal allerdings aus vollkommen anderen Gründen.

Vor allem die warmen Temperaturen und die damit verbundenen schlechten Schneeverhältnisse haben die Vorbereitung für alle Athleten erschwert. Trotzdem – und das stimmt uns positiv – habe ich weitaus mehr Trainingstage in den Beinen als letztes Jahr um die gleiche Zeit! Bleibt die Frage nach dem Material…

Wer mich und mein Team kennt, weiß: am Material-Sektor tut sich bei uns immer was. Ob wir in Levi von Beginn an neue Wege gehen, oder ob wir dort zum Start erst einmal auf Altbewährtes setzen, entscheiden wir kurz vor dem Start. Möglich – und auch das stimmt positiv – wäre beides.

Im Hinblick auf die Chance, in Levi nach Ferdl II (2013) und Leo (2016), mein drittes Rentier zu gewinnen, kann ich nur sagen: bis auf einen gemeinsamen Trainingstag mit Manuel Feller habe ich in Bezug aufs Slalomfahren null Referenz. Bisher habe ich zu 99 Prozent alleine trainiert. Wir sind also selbst gespannt, was am Ende für uns stehen bleibt. Bisher war es immer schwer zu sagen, wie gut man tatsächlich drauf ist, bevor das erste Rennen nicht gefahren ist. So ist es auch in dieser Saison wieder.

Sicher ist wohl nur, dass auch 2018/19 im Slalom wieder mit Henrik Kristoffersen zu rechnen sein wird. Aber auch die Konkurrenz aus der eigenen Mannschaft, wie Manuel Feller, Michi Schwarz, Michi Matt ist extrem stark in Form.

In diesem Sinne: warten wir es ab, nach Levi sind wir alle schlauer!

Euer Marcel.