Das Set-Up rennt – auch im Slalom

Wenn ich einmal pensioniert bin, werde ich auf Rennen zurückschauen wie das in Val d’Isere

Von Marcel Hirscher

Hi Leute,

Der Riesenslalom in Val d’Isere ist für mich immer ein Highlight. Der Hang ist der schwerste des ganzen Jahres und er hat mir und den anderen Fahrern auch diesmal alles abverlangt. Umso größer ist die Freude über den 1. Platz – besonders, weil es mir gelungen ist, mit diesem Erfolg eine neue Bestmarke zu setzen!

Während der Saison spielen Rekorde, wie der 16. gewonnene Riesentorlauf eine untergeordnete Rolle, da geht es um Punkte für den Gesamtweltcup. Aber wenn ich irgendwann mal pensioniert bin und mit einem guten Glas Rotwein daheim vor dem Kamin sitze und mir die Ski-Geschichtsbücher anschaue, dann werden Rekorde wie dieser Bestand haben. Genau das ist es, was mich schon jetzt so sehr an ihnen freut.

Post_12_1

Anders als beim Riesentorlauf mussten wir beim Slalom etwas zittern. Da war bei uns im Team eine Menge Nervosität im Spiel. Kein Wunder: Nach der Absage in Levi war es der erste Slalom der Saison. Bis nach dem 1. Lauf wussten wir also nicht: War die Vorbereitung richtig? Passt das Set-Up? Wie steht es um meine Slalom-Form? Nach dem 1. Durchgang wussten wir, dass wir vorne mitfahren, dafür mussten wir den Schock verarbeiten, dass Henrik Kristoffersen 1,66 Sekunden vor uns auf Eins lag. Seine Leistung war outstanding – beeindruckend von oben bis unten. Dennoch ist es uns gelungen, im 2. Lauf bis auf 1,09 Sekunden an ihn heranzufahren und auch im Slalom auf dem Stockerl zu landen. Ein guter Start in unser Slalomjahr – wenn auch verspätet ; )

Post_12_2

Bevor es nächste Woche in Alta Badia in die heißeste Phase der Saison geht, werde ich mich erst einmal ausruhen, um die Akkus, die am Wochenende doch sehr gelitten haben, wieder aufzuladen. Im Anschluss starten wir mit einem Tag Riesentorlauf, gefolgt von einem Tag Parallel-Riesentorlauf und einem Tag Slalom. Freitag dann reisen wir nach Italien, wo kurz vor Weihnachten das Monster-Programm startet. Die gute Nachricht: Wir sind bereit!

Bis dahin,
Euer Marcel.