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Marcel Hirscher

Racer | Alpine Skier | Fast Driver
Veröffentlicht : 10.12.2018

Hirscher Blog: Ein Jubiläum, ein Comeback und eine Absage in Val d’Isere

Neben dem Sieg im RTL war mein persönliches Highlight in Frankreich das Comeback von Felix Neureuther: Er ist wieder da! Pünktlich zur heißen Phase vor Weihnachten.

Hey Leute,
60 Weltcup-Siege – das ist eine beträchtliche Anzahl, die mir Anlass zum Innehalten gibt, um einmal Revue passieren zu lassen, was in den letzten acht Jahren alles passiert ist. Da kommen mir tausend Eindrücke in den Sinn und vor allem eine große Dankbarkeit.

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Yes, definitely my favorite! 💪🏻☺️ #60 #Valdisere #89 #weareskiing #verleihtflügel #IWILL #championstrainwithtechnogym #meinebank #DoWhatYouCant

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Ich bin allen Menschen dankbar, die mich auf meinem Weg bis hierher unterstützt haben und mir ist sehr bewusst, dass ich es ohne sie nicht geschafft hätte. Meiner Familie, meinem Team und vielen mehr. Dann bin ich natürlich dankbar, dass ich immer gesund war und bin und in den sieben Jahren, in denen ich um den Weltcup mitfahren durfte, kein Rennen auslassen musste. Doch zu lange gebe ich mich diesem Zufriedensein auch nicht hin ; )

Wir stehen am Beginn einer neuen langen und intensiven Saison. Alleine bis Weihnachten haben wir noch vier Rennen vor uns! Da heißt es alles geben, um sein Bestmögliches abzurufen. Der Sieg im Val d’Isere RTL war ein sehr guter Auftakt in diese heiße Phase! Nicht zuletzt, weil ich mit 1,18 Sekunden einen respektablen Vorsprung vor dem Zweitplatzierten Henrik herausfahren konnte. Wie lässt sich dieser erklären?

Ganz einfach: Mir sind zwei gute Läufe gelungen. Besonders im ersten Durchgang ist mir eine relativ gute Fahrt gelungen. Dabei muss man sagen: Wirklich gut, hat es sich am Samstag in Val d`Isere bei niemandem angefühlt. Das waren extrem schwierige Bedingungen und für alle Läufer ein harter Kampf, vom ersten Tor bis zur Ziellinie. Henrik hatte einen extrem starken zweiten Lauf, doch er hat im ersten ein paar unglückliche Fehler gemacht – das rächt sich in unserem Sport sofort…

Neben meinem Sieg im RTL war mein persönliches Highlight in Frankreich das Comeback von Felix Neureuther: Es war unglaublich schön, als ich ins Hotel kam und ihn dort sitzen sah. Er ist wieder da! Natürlich braucht er jetzt noch einige Zeit, um wieder zur alten Stärke zu finden und das noch dazu mit seinem Handicap an der Hand. Wenn man kein Glück hat, kommt oft auch noch Pech dazu… Doch Felix, davon bin ich überzeugt, kommt wieder ganz zurück und wird schon bald wieder um den Sieg mitfahren!
Bleibt die Absage des Slalom-Rennens am Sonntag, die in meinen Augen vollkommen gerechtfertigt war. Seht euch einfach dieses Video von der Besichtigung an – das lässt keine Fragen offen…

 

Pause zum Verschnaufen bleibt trotz der Renn-Absage kaum. Denn nächstes Wochenende stehen im italienischen Alta Badia mit RTL und Parallel-RTL gleich die nächsten zwei Rennen an. Ich starte natürlich in beiden Rennen, doch ist allen Beobachtern klar, dass ich im Parallel-Event nicht zu den Favoriten zähle. Da geht es um Schadenbegrenzung und darum, dennoch ein paar Punkte mitzunehmen.

Um das in Alta Badia umsetzen zu können machen wir jetzt erstmal zwei, drei Tage Pause. Danach folgen zwei, drei Trainingstage auf der Reiteralm. Am Samstag fahren wir nach Alta Badia, Montagabend wieder heim. Dann geht es bis Weihnachten – wie zu Beginn angekündigt – Schlag auf Schlag: Mittwoch Training auf der Reiteralm und Anreise nach Saalbach-Hinterglemm, wo am Donnerstag, den 20.12. der Riesentorlauf aus Sölden nachgetragen wird. Freitag Pause oder Training und Anreise nach Madonna di Campiglio, wo am Samstag der letzte Slalom vor Weihnachten stattfindet.

Das nenne ich Vorweihnachts-Stress ; )

Bis dahin,
Euer Marcel

 

 

 

Veröffentlicht : 04.12.2018

Hirscher Blog: Beaver Creek für 80!

Ich darf mit der Erkenntnis heimkommen, dass ich im RTL und im Slalom vorne mitfahren kann. Das ist ein gutes Gefühl! Bewusst ist mir auch: wir haben in beiden Disziplinen viel Arbeit vor uns.

Hey Leute,

zurück in Österreich – wir sind gestern direkt nach dem Rennen abgereist und heute um 13:35 in Salzburg gelandet – ist Zeit, euch vom Trip in die USA zu berichten. Bevor ich auf meine eigenen zwei Läufe eingehe, möchte ich jedoch Stefan Luitz beglückwünschen!

Stefan ist ein großartiger Skifahrer mit einem unbezwingbaren Willen. Warum hat er trotzdem erst gestern sein erstes Rennen gewonnen? Weil er sich, immer wenn er gerade so richtig in Form war, verletzt hat und das zum wiederholten Male. Ich glaube jeder im Skizirkus gönnt ihm diesen verdienten Sieg von Herzen. Wäre er nicht so oft verletzungsbedingt ausgeschieden, hätte er sicher schon mehrere Siege am Konto! Doch wer weiß, vielleicht holt er die jetzt alle nach. ; )

Gratulieren möchte ich außerdem Thomas Tumler, der seine Chance gestern genützt, und sich mit einem sensationellen zweiten Durchgang, souverän auf das Podest gefahren hat. Nun zu mir!

Der erste Durchgang war gut. Natürlich finde ich immer ein paar Stellen, wo ich noch mehr herausholen hätte können, doch das gilt für alle. Die Herausforderung war es, auf dem aggressiven Schnee, wo die kleinste Bewegung zu einer Reaktion der Ski führt, die richtige Abstimmung zu finden und seine Kräfte dosiert einzusetzen. Klingt kompliziert. Ist es auch.

Im zweiten Lauf hat sich gerächt, dass die Piste nicht mit Wasser behandelt worden ist. Daher konnten jene, die im ersten Durchgang schnell waren, ihre Position kaum verteidigen. Die Piste war nach zehn Läufern in einem Zustand, den man sonst erst nach 40 Läufern feststellen kann. Das darf man auf alle Fälle hinterfragen.

Nichtsdestotrotz ist mir auch der zweite Lauf gut gelungen – obwohl ich mir auch ein paar kleine Rutscher erlaubt habe. Für den Sieg war das am Ende zu viel, doch mit einem zweiten Platz zum RTL-Auftakt sind wir sehr zufrieden! ; )

Was also nehmen wir aus Beaver Creek mit? Persönlich darf ich mit der Erkenntnis zuhause ankommen, dass ich sowohl im RTL als auch im Slalom vorne mitfahren kann. Das ist ein gutes Gefühl! Bewusst ist mir natürlich auch, dass in beiden Disziplinen viel Arbeit vor meinem Team und mir liegt. Deshalb gleich zum Programm für die nächsten Tage…

Nach dem langen Flug und dem anstregenden Rennwochenende mache ich erstmal zwei Tage Pause. Donnerstag und Freitag ist geplant, auf der Reiteralm beide Disziplinen zu trainieren, denn: Zwei Trainingstage sind nicht viel, um sich vom trockenen, aggressiven, nordamerikanischen Schnee, auf europäische Verhältnisse umzustellen, doch das ist für alle gleich. Freitagnachmittag fliegen wir dann nach Frankreich. Samstag greifen wir in Val d’Isere im RTL an, Sonntag im Slalom.

 

Bis dahin,

Euer Marcel

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