EN
DE EN

Marcel Hirscher

Racer | Alpine Skier | Fast Driver
Veröffentlicht : 20.11.2017

Härtetest in Levi? Bestanden!

Es ist toll, wieder dabei zu sein und endlich wieder Rennatmosphäre erlebt zu haben. Jetzt gilt: Trainieren, was der Fuß hergibt und möglichst schnell an die Konkurrenz herankommen.

Hi Leute,

da mein Schneetraining – das wir erst Montag begonnen haben – extrem positiv verlaufen sind, haben wir uns Freitag dazu entschieden, in Levi an den Start zu gehen und rund drei Monate nach meinem Knöchelbruch in Finnland den ersten Härtetest zu wagen. Und: es war die vollkommen richtige Entscheidung!

Einen Versuch ist es wert. ✈️ LeviReiteralm Bergbahnen#89 #weareskiing #verleihtflügel #IWILL #championstrainwithtechnogym #startenstattwarten #letsmoveforabetterworld

Posted by Marcel Hirscher on Friday, November 10, 2017

Der erste Durchgang in Levi war wirklich top, das muss man so festhalten! Da habe selbst ich ein wenig angefangen zu träumen, wie es wäre, auch den zweiten so runterzudrücken. Deshalb tut die Watsch’n, die es im zweiten Durchgang gab mindestens genauso gut, wie die Leistung im ersten ; )

Zwar war der zweite Durchgang vom Engagement her auch gut: voller Einsatz, volle Attacke, der Fuß hält. Trotzdem ist deutlich geworden, wie viel Arbeit jetzt auf uns wartet! Den Takt wird in den nächsten Wochen, wie in den vergangenen auch, mein Fuß vorgeben. Klar spüre ich ihn jetzt ein wenig, aber unterm Strich hat der erste Härtetest – und nichts anderes war der Start beim Levi-Slalom – sensationell gut funktioniert. Die Devise vor diesem Hintergrund: Trainieren, was der Fuß hergibt, um möglichst schnell an an die Konkurrenz heranzukommen.

Die schnelle skifahrerische Analyse, was in Levi zur Spitze gefehlt hat, fällt leicht: Aufgrund der fehlenden Skitage – mit den Trainingstagen in Levi komme ich auf eine Handvoll – hab ich den Ski grad im zweiten Durchgang an den entscheidenden Stellen sicher zu viel gehalten. Abgesehen davon habe ich mich beim Abschwingen im Ziel wirklich sehr wohl gefühlt – zu diesem Zeitpunkt nach meiner Verletzung ein sehr gutes Zeichen!

Bleiben die Lehren, die wir aus dem Levi-Test mit in die kommenden Trainings und Rennen nehmen. Die erste und sicher mit die wichtigste Lehre: Skifahren unter Rennbedingungen geht noch ; ) Zweitens: Der Fuß hält auch im Wettkampf. Und drittens: Jetzt hilft nur noch Schneetraining, Schneetraining, Schneetraining.

 

Sumasumarum ist es toll, wieder dabei zu sein, endlich wieder Rennatmosphäre erlebt zu haben und – verrückterweise – kein Weltcup-Rennen verpasst zu haben. Das alles ist mega und stimmt mich für die kommenden Wochen wirklich positiv.

Ernüchternd ist demgegenüber, dass ich mit Blick auf den Riesentorlauf in Beaver Creek noch keinen einzigen RTL-Trainingstag in den Knochen habe. Da wird es spannend werden, was wir in der uns bis dahin zur Verfügung stehenden Zeit an Trainingsrückstand aufholen können, um Anfang Dezember in den USA mit der Weltelite mithalten zu können…

Ich bin bis in die Haarspitzen motiviert und hungrig, skifahrerisch wieder dorthin zu kommen, wo ich die letzten Jahre war. Das ist das große Ziel. Die gute Nachricht: Mit dem Start in Levi ist der Anfang gemacht! Zwar werden Kompromisse notwendig sein – und die sind im Spitzensport nie gut – aber uns bleibt nichts anderes übrig…

Fix ist: Es wird eine spannende, für mich vielleicht sogar die spannendste Saison meiner bisherigen Karriere.

Ich freu mich drauf! Schauen wir, was dabei herauskommt.

Euer Marcel

Veröffentlicht : 03.11.2017

Hirscher Blog: Train, hope, wait, repeat.

Ich übe mich weiter in Geduld, denke aber, Beaver Creek ist trotz der vielen verpassten Skitage nach wie vor machbar.

Hi Leute,

nach einem zähen Monat ohne jedes Schneetraining melde ich mich mit positiven Nachrichten: In der Nacht auf Freitag bin ich in Prag zu Europas Sportler des Jahres gekürt worden! Eine gewaltige Auszeichnung, bedenkt man, dass ich dabei selbst die Tennis-Legende Roger Federer hinter mir gelassen habe…

Fast zeitgleich wurde ich in Wien zum vierten Mal zu Österreichs Sportler des Jahres gewählt. Auch das eine Auszeichnung, die mir – gerade zum jetzigen Zeitpunkt – viel bedeutet! Zum einen, weil wir in Österreich mit Dominic Thiem, Stefan Kraft, Andi Prommegger und Co. viele tolle Sportler haben, die den Titel ebenfalls verdient hätten. Zum anderen führt mir die Auszeichnung vor Augen, wie viel Glück ich die letzten Jahre hatte, in denen ich meinen Sport ohne jeden Kratzer durchziehen konnte!

Das ist momentan weiß Gott nicht so! Statt mich nach dem ersten Test auf Ski am 11. Oktober stetig ans Stangenfahren heranzutasten und mein Tempo weiterzugehen, musste ich nach dem ersten Schneetest akzeptieren, das mein Körper noch immer Ruhe braucht. Also übe ich mich weiter in Geduld und hoffe, dass sich mein Knöchel beim nächsten Trockentest am Sonntag im Skischuh wohl fühlt. Wenn ja, werden wir am Montag erneut versuchen, Ski zu fahren, wenn nicht, gebe ich ihm zwei weitere Wochen…

Mein letzter Test auf Ski am 11. Oktober:

Die Einwände, ich hätte womöglich zu früh wieder mit dem Training begonnen, sind gut gemeint, aber am Ende ist man immer klüger. Für mich war es vor einigen Wochen einfach der richtige Zeitpunkt. Ich habe es probieren müssen, um zu wissen: Ist ein Start in Sölden theoretisch möglich oder nicht. Wie es der Zufall wollte, ist das Rennen in Sölden wegen des schlechten Wetters ausgefallen! Für mich ein glücklicher Zufall. Gleichzeitig hatte ich mich gemeinsam mit einigen Freunden und einem ordentlichen Frühstück vor dem TV bestens auf das Rennen vorbereitet ; ) So ist der Weltcup-Auftakt auf Levi vertagt, was mir – man möge es mir nicht übel nehmen – nicht unrecht ist.

Bleibt die viel gestellte Frage, was zum jetzigen Zeitpunkt für mich und meine Rückkehr in den Weltcup realistisch ist? Ich denke Beaver Creek ist trotz der vielen verpassten Skitage nach wie vor machbar. Gleichzeitig kann derzeit niemand eine realistische Prognose stellen, wie lange mein Knöchel braucht, um den Belastungen in einem Weltcup-Rennen standzuhalten. Fakt ist: Im Alltag und beim gemütlichen Joggen fühlt sich der Knöchel super an, sobald er im Skischuh Mehrbelastung erfährt, beschwert er sich.

Das Schlüsselwort der vergangenen und kommenden Wochen lautet also weiterhin Geduld. Auch wenn es mir angesichts der vielen mittlerweile verpassten Skitage und rund 20.000 nicht gefahrenen Tore mehr als schwer fällt, die Füße still zu halten. Ich akzeptiere die Situation und den Umstand, dass mein Trainingsrückstand in dieser Saison nicht mehr aufzuholen ist und konzentriere mich darauf, mich für meinen Trainingsstart auf Schnee körperlich so fit wie möglich zu halten.

Und so halte ich mich für meinen Trainingsauftakt fit:

#DoWhatYouCant

Posted by Marcel Hirscher on Friday, October 27, 2017

In Summe wird es so langsam, aber es braucht auf jeden Fall Zeit!

Euer Marcel

Weitere Beiträge laden