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Marcel Hirscher

Racer | Alpine Skier | Fast Driver
Veröffentlicht : 06.09.2016

Hirscher Blog: Zeit, Vollgas am Löffel zu ziehen

Der Dolomitenmann ist eine große Herausforderung. Zum Glück geht es nicht um 100 Weltcup-Punkte.

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Hi Leute,

der Red Bull Dolomitenmann steht an und ich kurz vor meinem ersten Start bei diesem wirklich einzigartigen Event. Zu dieser Zeit im Jahr liegt mein Fokus zwar komplett auf der Vorbereitung zur anstehenden Skisaison, doch den Dolomitenmann will ich mir heuer nicht nehmen lassen. Es reicht, dass ich meinen Start 2015 wegen einer Verkühlung im letzten Moment absagen musste…

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Alles in allem ist der Dolomitenmann für mich, wie wahrscheinlich alle Teilnehmer eine große Herausforderung. Die ersten Trainingsruns haben das bestätigt: die lange ausdauernde Oberkörperbelastung ist schon sehr ungewohnt für mich, aber ich bin mir sicher, dass ich fit genug bin, um 40 Minuten Vollgas am Löffel zu ziehen. Klar ist das Datum für mich wegen der ungewohnten Belastung nicht das allerbeste, doch ich freue mich riesig, in diesem Jahr dabei zu sein! Es wird ein harter Fight und ich bin bereit, ihn anzunehmen.

Ziel für mich wird es sein, durchzukommen. Jeder, der schon öfter beim Dolomitenmann gestartet ist, hat mir gesagt, dass das erste Jahr das härteste ist, weil man sich an das Rennformat und die Challenge gewöhnen muss – genau das will ich am 10. September tun. Für mich geht es nicht um 100 Weltcup-Punkte, was mich extrem entspannt… Trotzdem werde ich mein Bestmögliches geben und versuchen dem Wings for Life Team, für das ich starte, nach Kräften zu helfen.

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In Sachen Skifahren kann ich zu diesem Zeitpunkt drei Dinge festhalten. Erstens: Das Training läuft bisher gut. Zweitens: Die Bedingungen sind aufgrund des durchwachsenen Sommers mehr als zufriedenstellend. Und drittens: Ich bin fit, motiviert und habe Freude am Training. Alles weitere wird sich in den kommenden Wochen zeigen, wenn ich nicht mehr der einzige auf der Piste bin ; )

Euer Marcel

Veröffentlicht : 15.08.2016

Hirscher Blog: Mit 260 Sachen zurück auf Los

Auf einer KTM 1290 Super Duke über den Salzburgring zu heizen, war die coolste Erfahrung des Sommers

Hi Leute,
seit dem Wings for Life World Run im Mai habe ich bewusst offline geschalten. Vor dem Neustart wollte ich genügend Abstand gewinnen. Das hab ich geschafft. Es war schön, den Alltag mal anders zu gestaltet und die Frequenz ein wenig rauszunehmen. Das hat mir extrem gut getan. Es hat etwas gedauert, bis ich auf Entspannungsmodus schalten konnte, aber als ich dann drin war, lief es ; ) Jetzt heißt es: Zurück auf Los!

Als Kick-off-Event zur neuen Saison habe ich Mitte Juli eine Wanderung mit ein paar Journalisten auf die Stuhlalm gemacht. Für den ein oder anderen war die Aktion wohl schweißtreibender als gedacht, aber ich denke, sie hat allen Spaß gemacht, weil es mal was anderes war. Mein persönliches Off-Season-Highlight war aber ein anderes: Mein Ausflug auf den Salzburgring! Der war mega! Auf einer KTM 1290 Super Duke mit 260 Sachen über die Rennstrecke zu heizen, war vielleicht eine der coolsten Erfahrungen des gesamten Sommers…

Marcel beim aktiven Saison-Kickoff in den Bergen. © GEPA pictures/ Felix Roittner

Bei den ersten paar Runden hab ich mir schon bei Tempo 100 gedacht – boah, das ist aber sauber schnell. Dank der Tipps von Jeremy McWilliams habe ich mich dann bald an Maschine und Rennstrecke gewöhnt und schnell dazugelernt. Neben der Faszination am Motorradfahren selbst hat mich vor allem eins begeistert: Wieder mal etwas komplett Neues zu probieren. Gigantisch, wie steil die Lernkurve am Anfang ist. Das war ein sensationell cooler Tag. Allein das Kennenlernen mit Jeremy McWilliams! Ihr müsst euch vorstellen: Da kommt ein etwas ergrauter Herr in Rennmontur auf dich zu, schüttelt dir die Hand und fährt als nächstes zum Aufwärmen eine Runde im Wheelie mit 200 Sachen. Da denkst du dir: Was ist jetzt eigentlich verkehrt? Wirklich beeindruckend. Klar ist aber auch: Wenn Jeremy McWilliams ein Skifahrer wäre, dann wäre er eine ziemlich arge Wildsau ; )

Marcel: Saisonvorbereitung mal anders.

So neu diese Erfahrung für mich war, so sehr hat sie mich an das Skifahren erinnert. Vor allem die Herangehensweise beim Kurvenfahren ist ähnlich. Was die gezielte Vorbereitung auf kommende Saison betrifft, stelle ich momentan vom Ausdauertraining auf Krafttraining und schwere Gewichte um. Vom Schnee und vom Skifahren selbst werde ich mich so lange wie möglich fernhalten, um im Kopf frisch zu bleiben und Ende Oktober beim Saisonstart in Sölden mit voller Motivation wieder angreifen zu können.

© Agnieszka Doroszewics

Bis dahin lege ich euch, weil wir grad beim Thema waren, die Motorrad-Doku „On Any Sunday: The Next Chapter“ ans Herz. Sie bringt die Faszination am Motorradfahren in meinen Augen perfekt auf den Punkt – sowohl die Neuauflage von Dana Brown als auch das Original von Steve McQueen aus dem Jahr 1971. Viel Spaß damit!
Euer Marcel

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